Ein HBDI-Profil ist wertfrei, denn es gibt keine guten oder schlechten Profile. Aber ein Profil hat Konsequenzen. Eine der auffälligsten ist die Berufswahl bzw. die Art und Weise, wie ein Beruf ausgeübt wird.
Für jeden Beruf gibt es ein typisches Profil, das sich entweder als Durchschnittswert aus vielen Einzelbeispielen ergibt oder als Proforma-Profil aus den Anforderungen einer Aufgabe erstellt wird. Je genauer die Inhalte einer beruflichen Tätigkeit erfasst werden, desto treffender wird das typische Profil sein. Ein Ingenieur kann beispielsweise als Konstrukteur oder Entwickler, als Prüfingenieur oder als Abteilungsleiter in der Produktion arbeiten – die typischen Profile für diese Tätigkeiten sind unterschiedlich.
Auf der Grundlage des Profils eines jungen Menschen lassen sich Schlüsse ziehen, welche berufliche Richtung er einschlagen sollte. Auf dieser Grundlage können Empfehlungen für die Inhalte der Ausbildung gegeben werden.
Andererseits lassen sich berufliche Probleme leichter verstehen und Chancen für Veränderungen besser einschätzen,wenn man das Profil eines Menschen mit dem für seinen Beruf typischen Profil vergleicht.
Jeder Mensch sucht sich, teils unbewusst, die Lernerfahrungen aus, die seinem Profil entsprechen, weil er dabei am besten lernt.
Die Einen lernen besser, wenn durch Rollenspiel Verhalten beobachtet oder geübt wird, während für Andere logisch-analytische Beweisführung rascher zum Lernerfolg führt.
Lehrer und Trainer sollten darauf Rücksicht nehmen. Da sie normalerweise nicht wissen, welche Präferenzverteilung in der zu trainierenden Gruppe anzutreffen ist, sollten sie mit ihrer Lehrmethode entweder alle Quadranten ansprechen, um den Zuhörern ganzheitliches Lernen zu ermöglichen, oder durch ein HBDI-Gruppen-Profil die vorhandenen Denkstrukturen kennen lernen.
Komplexe Aufgaben erfordern den Einsatz aller Quadranten des HBDI. Damit Synergien entstehen, brauchen wir neben dem Bewusstsein für die Unterschiede geordnetes, koordiniertes Vorgehen und die Zusammenarbeit mit Anderen. Erfolgreiche Teamarbeit erfordert häufig den Einsatz eines "ganzen Gehirns". Für außerordentliche Teamleistungen sind daher heterogene Gruppen besser geeignet als homogene,weil in ihnen die Potenziale aller vier Quadranten ausgeprägter vertreten ist.